Wie wir wohnen

Wie gut passen Menschen, Haushalte und Wohnungen in Stäfa zusammen?

Menschen verändern sich laufend, Haushalte schrittweise, Gebäude sehr langsam. Stäfa wächst und wird älter. Gleichzeitig verändern sich Haushaltsgrössen und Wohnbedürfnisse. Ob daraus ein Problem entsteht, hängt wesentlich davon ab, ob passende, bezahlbare und gut gelegene Wohnungen verfügbar sind.

Diese Seite zeigt die wichtigsten Zusammenhänge – verständlich, datenbasiert und ohne einzelnen Menschen die Verantwortung für den angespannten Wohnungsmarkt zuzuschreiben.

Person mit Hund im Dorf
Drei unterschiedliche Tempos

Menschen, Haushalte und Gebäude verändern sich verschieden schnell

Darin liegt der Kern der Frage: Wenn sich der Bedarf schneller verändert als das Angebot, entstehen Lücken.

Menschen

verändern sich laufend

Haushalte

verändern sich schrittweise

Gebäude

verändern sich sehr langsam

Drei Entwicklungen, die zusammengehören

Stäfa verändert sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig

Stäfa wächst und wird älter

Bis 2050 wird für Stäfa mit rund 17'700 Einwohnenden gerechnet. Besonders stark wächst die Gruppe der Hochaltrigen. Damit verändern sich die Anforderungen an Lage, Zugänglichkeit, Alltagstauglichkeit und Unterstützung im Wohnumfeld.

Haushalte verändern sich schneller als Wohnungen

Wenn Kinder ausziehen, Paare sich trennen oder eine Partnerperson stirbt, bleibt die Wohnung häufig unverändert. Die Wohnfläche pro Person steigt dann automatisch – auch ohne bewusste Entscheidung für mehr Platz.

Ein knapper Markt begrenzt Wahlmöglichkeiten

Ein Wohnungswechsel ist nur attraktiv, wenn die neue Gesamtsituation besser passt. Eine kleinere Wohnung kann teurer, schlechter gelegen, weniger hindernisarm oder qualitativ unpassend sein. Fehlen überzeugende Alternativen, bleiben Menschen verständlicherweise in ihrer bisherigen Wohnung.

Vier Kennzahlen

Zahlen mit Kontext

Jede Kennzahl nennt Raumbezug, Jahr und Datenart. Prognosen sind als Prognosen gekennzeichnet, gerundete Richtwerte als solche.

≈ 15'400
Einwohnende in Stäfa

Stäfa · 2025 · gerundeter Richtwert

≈ 17'700
Einwohnende Prognose

Stäfa · 2050 · kantonale Bevölkerungsprognose

+110 %
Personen ab 85 Jahren

Stäfa · Prognose 2020–2040 · Bevölkerungsprognose

34 → 46,3 m²
Wohnfläche pro Person

Schweiz · 1980–2020 · BFS Gebäude- und Wohnungsstatistik

Prognosen und gerundete Richtwerte sind keine amtlich definitiven Zahlen. Schweizer Werte gelten für die Schweiz, nicht für Stäfa. Die vollständigen Quellenangaben finden sich auf Studien & Wissen.

Wissenschaftlich ehrlich

Was die Zahlen zeigen – und was nicht

Sie zeigen
  • Stäfa wächst und die Altersstruktur verändert sich.
  • Haushalte werden in vielen Lebensphasen kleiner.
  • Die Wohnfläche pro Person ist in der Schweiz langfristig gestiegen.
  • Ein knappes Wohnungsangebot erschwert passende Wohnwechsel.
Sie zeigen nicht
  • dass einzelne Menschen «falsch» wohnen
  • dass jeder kleine Haushalt weniger Fläche braucht oder möchte
  • wie viele Menschen in Stäfa bei einem passenden Angebot tatsächlich wechseln würden
  • wie gut Haushaltsgrösse und Wohnungsgrösse in Stäfa im Einzelnen zusammenpassen
  • dass eine einzelne Ursache für Knappheit oder hohe Preise verantwortlich ist
Der entscheidende Unterschied

Bestand ist nicht Angebot

Viele grosse Wohnungen im Bestand bedeuten nicht automatisch, dass Familien aktuell eine passende Wohnung mieten oder kaufen können. Umgekehrt bedeutet ein kleiner Haushalt nicht automatisch, dass die bestehende Wohnung unpassend ist.

Eine Wohnung kann vorhanden sein, ohne verfügbar zu sein.

Wenn sich eine Lebensphase verändert, aber keine passende Alternative vorhanden ist, bleibt der Haushalt in der bisherigen Wohnung. Das ist eine nachvollziehbare Reaktion – keine Fehlfunktion. Der folgende Mechanismus zeigt, wie daraus Knappheit im Bestand entstehen kann.

  1. Die Lebensphase verändert sich.
  2. Der Wohnbedarf verändert sich.
  3. Eine passende Alternative fehlt.
  4. Der Haushalt bleibt in der bisherigen Wohnung.
  5. Im Bestand wird wenig Wohnraum frei.
Transparenz

Was wir für Stäfa noch genauer wissen müssen

Daten zeigen Entwicklungen, beantworten aber noch nicht alle lokalen Fragen. Einige Zusammenhänge müssen mit amtlichen Daten und mit den Erfahrungen der Bevölkerung weiter untersucht werden.

  • Wie gut passen Haushaltsgrösse und Wohnungsgrösse heute zusammen?
  • Wie verteilen sich Einpersonenhaushalte auf Altersgruppen und Quartiere?
  • Welche Wohnungen werden nach Zimmerzahl, Preis und Lage tatsächlich frei?
  • Wie viele Menschen würden bei einem passenden Angebot freiwillig wechseln?
  • Welche Eigenschaften müsste eine kleinere Wohnung haben, damit ein Wechsel attraktiv wäre?
  • Wo fehlen hindernisarme und alltagstaugliche Wohnungen?

Mehr Wahlmöglichkeiten statt Umzugsdruck

Wer bleiben möchte, soll bleiben können. Wer wechseln möchte, soll eine passende Möglichkeit finden. Dafür braucht Stäfa nicht einfach nur mehr Wohnraum, sondern unterschiedliche, bezahlbare und gut gelegene Wohnungen für verschiedene Lebensphasen – sowie bessere Möglichkeiten, bestehende Häuser weiterzuentwickeln.

Die dargestellten Werte stammen aus kantonalen Prognosen, Gemeindedaten, dem Bundesamt für Statistik und den auf Studien & Wissen dokumentierten Untersuchungen. Messwerte, gerundete Richtwerte, Prognosen und nationale Vergleichswerte werden jeweils entsprechend gekennzeichnet.